Würdigungen
Da Kepler sich einige Zeit in Linz aufhielt, wurde dessen Universität ihm zu Ehren Johannes-Kepler-Universität genannt. Weiter wurden die Sternwarten in Weil der Stadt, Graz und Linz Kepler-Sternwarte benannt. Darüber hinaus tragen ein prominenter Mondkrater und ein Asteroid den Namen 'Kepler'.
Gerade solche Irrationalzahlen lassen sich am schlechtesten durch rationale approximieren, und Bahnen mit diesem Radiusverhältnis sind gegenüber gegenseitigen Störungen am robustesten, da sie am wenigsten unter Resonanzeffekten leiden.[Anmerkung aus dem Vorwort zum "Lehrbuch der Mathematischen Physik - Band 1 - Klassische Dynamische Systeme" von Walter Thirring: "Ja sogar diese Keplerschen Gesetze, welche die Radien der Planetenbahnen bestimmen und die man als mystischen Unsinn gerne verschwieg, scheinen in Richtung einer Wahrheit zu deuten, die sich oberflächlicher Betrachtung verschließt: Schachtelungen vollkommener platonischer Körper führet zu Verhältnissen von Radien, die irrational sind, aber algebraischen Gleichungen niederer Ordnung genügen."].
Lebenslauf
Hier studierte er bei dem Mathematiker und Astronomen michael Mästlin und lernte das heliozentrische System der Planetenbewegungen des nikolaus Kopernikus kennen.Keplers Mutter weckte sein Interesse für Astronomie: Sie zeigte ihm den Kometen von 1577 und die Mondfinsternis von 1580. Johannes Kepler wohnte von 1579 bis 1584 mit seinen Eltern in Ellmendingen, wo sein Vater das gasthaus "Sonne" gepachtet hatte. Trotz bescheidener familiärer Verhältnisse und einer kränklichen Natur konnte er 1589 (1591?) ein Theologiestudium am Evangelischen Stift in Tübingen beginnen. Während des Studiums Freundete er sich mit dem Juristen Christoph Besold an.
Kepler wollte ursprünglich protestantischer Geistlicher werden; er nahm jedoch auf Grund seiner mathematischen Begabung im Jahre 1594 einen Lehrauftrag für Mathematik an der Universität Graz an. 1597 heiratete er Barbara Mühleck.
Johannes Kepler
Keplers Mutter verstarb schon ein Jahr später an den Folgen der Folter. Dabei kam ihm ein juristisches Gutachten der Universität Tübingen zuhilfe, das wohl auf seinen Studienfreund Besold zurückgeht. Im Jahr 1613 heiratete er Susanna Reuttinger; von den sechs Kindern, die sie ihm gebar, überlebte nur eines. Ein Jahr später nahm er eine Stelle als Mathematiker in Linz an (bis 1626). 1611 verstarben ein Sohn und seine Frau, sie hinterließ ihm zwei Kinder.Im Zuge der Gegenreformation musste die familie 1600 Graz verlassen; er ließ sich als Assistent von Tycho Brahe in Prag nieder, dessen Nachfolger er 1601 wurde. An der Universität Tübingen hielt man wenig von seinen antiaristotelischen Ansichten und ließ ihn nicht als Professor zu. Von 1615 an musste er sich um die Verteidigung seiner Mutter kümmern, die unter dem Verdacht der Hexerei eingekerkert war. (In einer Romanfigur in Keplers Schrift Somnium ("Der Traum"), der eine magische Reise zum Mond beschreibt, meinte die Anklage Keplers Mutter wiederzuerkennen.) Im oktober 1620 konnte er ihre Freilassung durchsetzen. In Linz häuften sich die Probleme: er hatte Schwierigkeiten, seine Geldforderungen einzutreiben, seine Bibliothek wurde zeitweise beschlagnahmt und seine Kinder zur Teilnahme an der katholischen Messe gezwungen. Die familie flüchtete nach Ulm. Eine Professur in Rostock kam nicht zustande.
Der erwartete von Kepler zuverlässige Horoskope und stellte im Gegenzug in Schlesien eine Druckerei zur Verfügung.Im Jahr 1627 fand er jedoch in Albrecht von Wallenstein einen neuen Förderer. Als jedoch Wallenstein im august 1630 seinen Posten als Generalissimus verlor, reiste Kepler nach Regensburg. Wenige Monate später verstarb er dort im Alter von 59 jahren; sein Grab ging in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges bald unter (sein Sterbehaus ist eine viel besuchte Gedenkstätte).
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