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Der pluralistische AustauschModell literarischer Kommunikation (Entwurf O. Simons/ A. Kirchhofer, 2005) 1 Im Schulunterricht erhält das (zukünftige) Publikum einen ersten Eindruck davon, was Literatur ist. 2 Zukünftige Autoren werden im selben Unterricht in die Literaturdiskussion eingeführt. 3 In den Medien verfolgt das Publikum die öffentliche Literaturkritik, es gibt tonangebenden Kritikern den Rang von Literaturpäpsten, kauft Bücher, die besprochen werden, setzt Diskussionen fort, die es im Feuilleton liest. 4 Die Verlage werben für die Literatur in Katalogen, Buchhandlungen und über die Medien. 5 Autoren kommunizieren mit dem Publikum in ihren Büchern, bei Dichterlesungen, in öffentlichen Auftritten in den Medien. 6 Verlage kommunizieren mit den Autoren, sie fördern und bezahlen sie, sie geben ihnen Rückhalt in den Medien und im Buchhandel, organisieren Buchmessen und finanzieren LiteraturHäuser in den Städten, um Plattformen für ihre Autoren zu gewinnen. 7 selbst an den Medien beteiligt versorgen die Verlage die Literaturrezensenten mit ersten Angeboten dazu, wie neue Titel vorzustellen sind, sie schaffen kontakte zwischen Kritikern und Autoren, liefern komplette Rezensionen vorformuliert an, um die Literaturbesprechung in Gang zu halten. 8 Autoren kommunizieren mit der Literaturkritik, indem sie bei neuen Werken auf Kritik eingehen, indem sie gezielt die Kritik provozieren, auch indem sie mit Manifesten und theoretischen Exkursen selbst Vorgaben machen, wie ihre Werke öffentlich diskutiert werden sollen. 9 In der Literaturwissenschaft und -kritik herrscht vor allem eine Binnenkommunikation: Literaturwissenschaftler schreiben neuartige Textinterpretationen, und entwickeln neue Literaturtheorien, mit denen der öffentliche Austausch über Literatur neue Themen gewinnen könnte. In der fachinternen Diskussion zeichnet sich ab, welche DiskussionsAngebote größeren Reiz gewinnen könnten.Im Roman attackierten Autoren einander unter Pseudonymen mit der beliebten Drohung, den Rivalen mit seinem wahren Namen auffliegen zu lassen. In den Theatern stritten die Fans über die besten Opern. Der Austausch über Opern und Romane geschah vor 1750 vor allem in den Theatern und in den Romanen selbst. Jahrhunderts zu Literatur gemacht wurde, war nur im Ausnahmefall von Literaturzeitschriften (wissenschaftlichen Rezensionsorganen) besprochen worden.Das Material, das im Lauf des 18. Man veranstaltete in London Wettkämpfe, bei denen man Themen ausschrieb und die beste Oper prämierte. Hier griff der sekundäre Diskurs der Literaturkritik um 1750 mit neuen DebattenAngeboten ein. Man konnte mit ihnen weit kritischer umgehen als mit den Kollegen, die man bislang im Zentrum rezensierte. Wenn die wissenschaften Dichter besprachen, gewann ihre Debatte eine ganz neue Freiheit: Fachintern, doch vor den Augen der wachsenden Öffentlichkeit besprach man hier Autoren, die außerhalb der eigenen Debatte standen. Das Publikum dieses Streits weitete sich aus, da die Literaturzeitschriften Themen von öffentlichem Interesse intelligent ansprachen und da die Rezensenten sich auf das breitere Publikum mit neuen Besprechungen der „belles lettres“ einließen.Die Literaturdiskussion selbst war zuerst eine rein wissenschaftsinterne Angelegenheit gewesen: Als im 17 Jahrhundert Literaturzeitschriften aufkamen, besprachen in ihnen Wissenschaftler die Arbeiten anderer Wissenschaftler. In dem Maße, in dem die wissenschaften ihren ersten Besprechungsgegenstand (ihre eigene Arbeit) zugunsten des neuen (Poesie der Nation) aufgaben, öffneten sie die Literaturdebatte der gesellschaft. Die Literaturdiskussion agierte fortan gegenüber mindestens drei Teilnehmern: gegenüber dem Publikum, das die Literaturdebatte verfolgt und vieldiskutierte Titel mit bereitschaft kauft, die Diskussionen fortzusetzen; zweitens gegenüber den Autoren, die nun als die Verfasser von „Primärliteratur“ dem „sekundären Diskurs“ beliebig distanziert gegenüberstehen können. Die nationalen Philologien wurden eingerichtet.Der Austausch gewann an Komplexität, als im 19. Jahrhundert die Nation ein eigenes Interesse an der neuformulierten Literatur entwickelte. Die Nationalliteratur ließ sich an Universitäten und schulen zum Unterrichtsgegenstand machen. Der Nationalstaat bot der Literaturwissenschaft eigene Institutionalisierung an: Lehrstühle an Universitäten. Literaturwissenschaftler wurden berufen, um für Kultusministerien die Lehrpläne zu erstellen, nach denen an den Schulen Literatur zu besprechen ist; sie bilden die Lehrer aus, die Literatur bis in die unteren Schulklassen hinab diskutieren. Die Verlagswelt stellte sich auf den neuen Austausch ein. Kommt ein neuer Roman auf den Markt, schickt sie komplett vorgefasste Rezensionen mit Hinweisen auf die Debatten, die dieser Roman entfachen wird, an die Feuilleton-Redaktionen der wichtigsten Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsender. Jahrhundert findet. Dieses gesamte Spiel kennt kein Pendant vor 1750. Autoren, die sich auf eine solche Weise verorten, werden, wenn die Aktion gelingt, als bahnbrechende besprochen, wenn sie zu spät auf den falschen Zug aufspringen, werden sie von der Kritik als „Epigonen“ gebranntmarkt.), eine bestimmte Kunsttheorie (die des „Surrealismus“, die des „Expressionismus“) verfochten. Um mehr Gewicht auf Debatten zu gewinnen, wurde es unter den Autoren Mode, Dramen, Romane und Gedichte in epochalen Strömungen zu verfassen, schulen zu gründen, die einen bestimmten Stil, eine bestimmte Schreibweise (die „realistische“, die „naturalistische“ etc. Romane und Dramen wurden in ganz neuem Maße „anspruchsvoll“ - Anspruch auf öffentliche Würdigung ist das neue Thema.Die Autoren veränderten ihre Arbeit. Mit den 1750ern kamen ganz neue Dramen und Romane auf: schwergewichtige, schwerverständliche, die gesellschaftsweite Diskussionen entfachen müssen. Die meisten Stilrichtungen, die wir (wie das „Barock“ und „Rokoko“) vor 1750 ausmachen, sind erst später geschaffene Konstrukte, mit denen wir den Eindruck erwecken, dass Literatur schon immer Debatten fand, wie sie sie seit dem 19. Auch eine Verfolgung von Literatur definiert, was Literatur ist. Bücherverbrennung 1933Sie begeben sich in den „Widerstand“ gegen politische Systeme, sie schreiben Exilliteratur aus der Emigration heraus. Jahrhundert gewesen. Autoren nehmen Literaturpreise an oder sie schlagen, wie Jean Paul Sartre den im verliehenen Nobelpreis für Literatur, im öffentlichen Affront aus. Im Einzelfall ließen sie sich auf Fehden mit Literaturpäpsten ein, um auf direktestem Weg die Literaturdiskussion auf sich zu ziehen. Sie formierten Gruppen wie die „Gruppe 47“ und Strömungen.N.E.Die Autoren organisierten sich in Assoziationen wie den P.-Club international. Mit Manifesten begannen sie, dem sekundären Diskurs Vorgaben zu machen. Sie halten Dichterlesungen in Buchhandlungen - undenkbar wäre das im frühen 18. Mit all diesen Interaktionsformen gewann der Austausch über Literatur eine Bedeutung, die der Austausch über die Religion kaum hatte (geschweige denn der Austausch über Literatur im alten Wortsinn oder über Opern und Romane vor 1750). Die institutionalisierte Literaturwissenschaft lässt sich sehr schnell gleichschalten, Lehrstühle werden neu besetzt, Lehrpläne bereinigt, Literaturpreise unter neuen Richtlinien vergeben. Eine Gleichschaltung der gesellschaft, wie sie das Dritte Reich durchführte, greift konsequenterweise gezielt zuerst in den Literaturbetrieb ein. Die Gesellschaft klagt neue Debatten ein, fordert neue politische Orientierungen, erzwingt von der Literaturkritik Widerstand oder Anpassung. Die Literaturwissenschaft und der von ihr ausgebildete freiere Bereich der Literaturkritik in den Medien sind erheblichen Einflussnahmen der Gesellschaft ausgesetzt.Das brachte eigene Gefahren mit sich. Es gibt in der pluralistischen Gesellschaft in der Folge eine feministische Literaturwissenschaft wie eine marxistische, oder (scheinbar unpolitischer) eine strukturalistische und so fort. Die Gleichschaltung der Verlagswelt und der Autorenschaft ist die schwierigere Aufgabe der Literaturpolitik, der totalitäre Staaten zur Kontrolle der in ihnen geführten Debatten große Aufmerksamkeit schenken müssen. Übersicht adventkalender - Mehr zum Thema Literatur (2) informationen zu verwandten Kategorien: Auferstehung # Aachener Printen # Neukalendarier # Wikibooks # 7. Jahrhundert # Kardamom # Adventsstern Plural # Johannes Kepler # Sirup # Papier # Christliches brauchtum # Heiliger Abend # Weihnachtsmarkt Fichten # Gregorianischer Kalender # 5. dezember # Lutherbibel # augustinus # Spiel # lebkuchen Polystyrol # nikolaus Harnoncourt # Glowesabend # Baum des Lebens # Neujahr # Magenbrot # Islamisches brauchtum Germanien # Muskat # Hobby # Mythologie # Ulm # Niklaus Wirth # 18. Januar Sternzeichen # Feier # Alte kirche # Fondant # Nicolaikirche # Werbung # grussKarten Nils # Weihnachtsbaum # Schokolade # EKHN # Konsument # Fasten # Judentum Ostkirchen # Nationalhymne # brauchtum zu Ostern # Treibmittel # Zimt # Islam # 350 v. Chr. Adventssonntag # 25. dezember # Historizismus # 3. dezember # Flagge # Christianisierung # Vorname 20. Mai # Staat # Nicolaus Cabasilas # adventsingen # Soziologie # geschenkideen # Epiphanias Spieltrieb # Germanische Sprachen # Atheismus # Ewigkeit # Theologie # Pottasche # Nico Brauch # Weihnachtsbrauch # Zeremonie # Symbol # Weihnachtskrippe # Theologe # Pulsnitzer Pfefferkuchen MittelhochDeutsch # Bierdeckel # Hirschhornsalz # Konsumismus # 1296 # Sitte # Echter Koriander Folklore # O-Antiphonen # Ethnologie # Erzieher # Kommerzialisierung # adventzeit # Esslingen am Neckar Nikolaikirche # Weihnachtsfrieden # Transzendenz # Individuum # 1. 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