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Harnoncourt als DirigentAbgesehen von wenigen musikern für das Continuo wurden ausschließlich musiker und Sänger des Opernorchesters eingesetzt.Nachdem Harnoncourt lange abgelehnt hatte, sich als Dirigenten zu sehen, und den Concentus musicus bei überschaubaren Besetzungen immer vom Cello aus leitet, begann er in den 70er jahren, als Dirigent anderer Orchestern zu agieren. Am Anfang dieser Tätigkeit stand eine Einladung, 1972 an der Mailänder Scala Monteverdis Ulisse einzustudieren. Die Zusammenarbeit dehnte sich alsbald auf Mozart und bis heute bis in die Spätromantik aus: Franz Schubert, Johann Strauß Sohn, Brahms, Dvořák, Bruckner, Alban Berg.Das erste große klassische Symphonieorchester mit modernen Instrumenten, mit dem er zusammenarbeitete, ist das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam. Von 1975 bis 1989 wurden im jährlichen Wechsel die Johannes- und Matthäuspassion von Bach aufgeführt. die Wiener Staatsoper 1977). Im Juni 1979 folgte noch eine szenische Fassung des achten Madrigalbuches.Ebenfalls 1975 begann ein Monteverdi-Zyklus für das Opernhaus Zürich mit dem Regisseur Jean-Pierre Ponnelle, im Rahmen dessen Orfeo (dezember 1975), Poppea (Januar 1977), Ulisse (november 1977) inszeniert wurden. Der Zyklus genießt noch heute einen legendären Ruf. Im Anschluss fuhr das Duo mit einem Mozart-Zyklus fort: Lucio Silla (februar 1981), Mitridate (Mai 1983), Die Entführung aus dem Serail (Februar 1985), Così fan tutte (Februar 1986), Zauberflöte (November 1986), Don Giovanni (November 1987), Figaro (Februar 1989; nach Ponnelles Tod in dessen Inszenierung für die Salzburger Festspiele 1976 bzw. Nach Ponnelles Tod setzte er seine Arbeit am Zürcher Opernhaus mit wechselnden Regisseuren fort: Jürgen Flimm (Fidelio 1992), Ruth Berghaus (Freischütz 1993), Helmut Lohner (La belle Hélène 1994). Mit Jürgen Flimm arbeitet er seit 1990 auch oft an anderen Orten (Amsterdam, Wien, Graz, Salzburg) zusammen. 2006 wird er die Neuinszenierung von Mozarts Le nozze di Figaro (Regie Claus Guth) dirigieren. Weil Harnoncourt den mangelnden dramaturgischen Kontext weiterer Auftritte nicht einsah, zog er sich zurück. Das Ende der direktion von Claus Helmut Drese bedeutete auch, dass Harnoncourt seine Arbeit an der Wiener Staatsoper einstellte. zwischen 1987 und 1991 dirigierte Harnoncourt vier Neuinszenierungen von Mozart-Opern an der Wiener Staatsoper: 1987 Idomeneo (Regie Johannes Schaaf, Bühnenbild David Fielding, Kostüme Tobias Hoheisel), 1988 Die Zauberflöte (Regie Otto Schenk, Bühnenbild und Kostüme Yannis Kokkos), 1989 Die Entführung aus dem Serail (Regie Ursel und Karl-Ernst Herrmann, Bühnenbild und Kostüme Karl-Ernst Herrmann) sowie im selben Jahr noch Così fan tutte (Regie Schaaf, Bühnenbild Hans Schavernoch, Kostüme Lore Haas).Als Operndirigent wirkt Harnoncourt seit den frühen 1970er jahren regelmäßig bei den Wiener Festwochen - zuletzt im Mai 2005 Mozarts Lucio Silla im Theater an der Wien (Regie Claus Guth) -, zwei Mal führte in der Weg an das Pult der Frankfurter Oper (1978 Giulio Cesare in Egitto von Georg Friedrich Händel und 1980 Castor et Pollux von Jean-Philippe Rameau; jeweils Regie Horst Zankl, Bühnenbild Erich Wonder). Dreses Nachfolger hatten ihn lediglich noch für ein Idomeneo-Dirigat angefragt. Von 2007 an ist Harnoncourt als Dirigent von Monteverdi-Opern am Theater an der Wien vorgesehen. Seit 1991 ist er zudem nahezu jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen sowohl als Opern- wie Konzertdirigent präsent. Dieser Chor ist nicht nur Harnoncourts erste Wahl bei Projekten mit dem Concentus musicus, sondern tritt auch bei Konzerten mit anderen Orchestern in Erscheinung.Auf dem Gebiet der Vokalmusik begann 1978 eine langjährige Verbindung mit dem Arnold Schoenberg Chor unter Erwin Ortner. In den Kantateneinspielungen Bachs setzte Harnoncourt weiterhin Knabenchöre wie die Wiener Sängerknaben ein, bei den größeren Vokalwerken bevorzugte er den professionellen Chor. Das erste Wiener Traditionsorchester, das Harnoncourt als Dirigenten einlud, waren 1983 die Wiener Symphoniker, bei denen er früher als Cellist gearbeitet hatte. 1997 bot das Orchester ihm die Stelle des Chefdirigenten an, was er aber ablehnte. In den jahren 2001 und 2003 wurde er von ihnen eingeladen, das Neujahrskonzert zu dirigieren.Mit den Wiener Philharmonikern, deren Ehrenmitglied er seit 2005 ist, kam Harnoncourt 1984 erstmals zusammen und konzertierte mit ihnen lange Zeit vor allem bei der Salzburger Mozartwoche, dann auch in Wien sowie bei Gastspielen in Europa und den USA. Die Berliner Philharmoniker leitet Harnoncourt seit den 1990er jahren regelmäßig in der Berliner Philharmonie. 2005 dirigierte eine von Publikum und Kritik begeistert aufgenommene Carmen von Georges Bizet, für die er eine eigene, die Intentionen des Komponisten stärker berücksichtigende Fassung erarbeitete (Regie Andrea Breth, Bühnenbild Annette Murschetz). Mit Haydn begann Harnoncourt bei der styriarte 1987 die langjährige Zusammenarbeit mit dem Chamber Orchestra of Europe, die über eine vielbeachtete Gesamtaufnahme der Beethoven-Sinfonien über Schumann und Mendelssohn bis Bartók führte. Zu den anfänglichen Konzerten, Oratoriumsaufführungen und konzertanten Opern sind später auch szenische Opernaufführungen gekommen.Seit 1985 werden in Graz nikolaus Harnoncourt gewidmete Klassik-Festspiele, die styriarte, veranstaltet. Die Festspiele sind seitdem die Hauptplattform für den Concentus musicus geworden. Harnoncourt ist mitglied in der Royal Swedish Academy of Music und Ehrendoktor der Universität Edinburgh. 2005 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Kyoto-Preis ausgezeichnet, einer der höchsten Auszeichnungen für wissenschaft und kultur.1994 erhielt er den Polar Music Prize, den Grammy erhielt er 2001, 2002 wurde ihm der Ernst-von-Siemens-Musikpreis zuerkannt.
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